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Maskerade

Dieses Thema ist hochbrisant, da es uns in zwei Lager zu spalten droht. Es gibt wohl niemanden, der nicht unter der Maske leidet, vor allem, wenn es sich um längere Zeiträume handelt, z. B. auf der Arbeit. Ihr Sinn war und ist umstritten, von Anfnag an. Viele tragen die Maske demonstrativ, weil „es ist ja zum Schutze der anderen“ (!) … und, wer es nicht so hält, wird demzufolge automatisch zum Egoisten. Jetzt, wo offensichtlich kein unsichtbarer Angreifer mehr an möglichen oder unmöglichen Orten lauert, kommt beim gehorsamen Tragen noch ein weiteres quälendes Gefühl hinzu: Zu wissen, dass es absurd ist und man nun eigentlich die Maske ablegen könnte.

Wie es Ihnen damit ergeht weiss ich nicht. Ich selbst empfinde es als demütigend oder anders gesprochen als entwürdigend. Obwohl ich weiss, dass es Unsinn ist, und das Tragen der Maske mich wie auch andere quält, wage ich nicht mutig zu meiner Empfindung zu stehen und dem entsprechend auch zu handeln. Mehr noch als unter dem Mangel an Luft leide ich nun unter dem Eindruck der unfreiwilligen Teilhabe an einer enormen Lüge. Wie geht es Ihnen damit?

Christine Richter

Aquarell von Anna Mansi

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