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Erstaunliches von Nana

* Das Geheimnis des steinigen Weges *

Es war einmal eine junge Frau, die wollte einen Weg, einen langweiligen, breiten, geraden Weg entlang laufen. Doch der Weg war ihr so zuwider, dass sie ihn nicht gehen mochte. Da stieg sie zu dem nahe gelegenen Flussbett herunter und holte ein paar Steine herauf und legte sie sich in den Weg. So gefiel ihr der Weg schon besser und immer wieder stieg sie zum Flussbett hinab, um noch mehr Steine hochzuholen und sie auf den Weg zu legen. Schließlich waren es so viele Steine, dass man den Weg gar nicht mehr gehen konnte und da begann sie zu klettern. Sie war bei jedem Schritt hellwach, sah bei jedem Tritt genau hin, um mit dem Fuß einen festen Halt auf den unebenen Steinen zu finden und so kam sie dann flink wie eine Gazelle vorwärts. Der Weg den sie gegangen ist, ist aber seit dem verschwunden, denn jedes Menschenauge würde ihn für ein Flussbett halten.

Nana

* Das Müssen muss sich auflösen *

Das Müssen trat mal von außen an mich heran

und hat mir gar nicht gut getan.

Es hat sich einfach so über mich gestülpt,

mich fremd besetzt, mich ganz verhüllt.

Ich war zu schwach mich dagegen zu erwehren

und habe zugelassen mich ins Gegenteil zu verkehren.

Nun schleppe ich dieses Müssen noch immer mit mir rum,

als wäre es ein Teil von mir

und werde langsam krumm.

Da ich denke das Müssen sei ein Teil von mir,

da ich begonnen habe mich damit zu identifizieren,

konnte ich das Gesetz meines wahren Ichs nicht wirklich ratifizieren.

Ich lebte an mir vorbei,

mein wahres Ich war mir einerlei.

Ich hampelte in der Welt herum,

doch mein wahres Ich wurde trotz allem nicht wirklich stumm.

Es ließ mich immer wieder scheitern

und so konnte ich meinen Horizont enorm erweitern.

Erkannte, dass es auch beim Müssen, der rechten Unterscheidung bedarf.

Der reine, klare Gedanke ist nun mal scharf.

Und trennte alles von mir was nicht mein wahres Ich betraf.

So erfuhr ich eine eigene Art des Müssens,

eine Art des aus mir herauskommen Müssens.

Ein Müssen was gar nicht schlecht ist,

sondern ganz im Gegenteil

mir selbst vollständig entspricht.

Ein Müssen was Freude ist zu leben,

denn nur mit meinem wahren Ich

habe ich der Welt wirklich was zu geben.

Ganz ohne Egoüberbau,

werde ich nach und nach wahrhaftig Lebensschlau.

So erlosch der Kampf gegen alles Müssen, mit dem ich mir im Wege stand

und Liebe trat ein in ein Müssen in dem ich mein Leben fand.

Nana

* Das unbekannte Wesen *

Die Tochter – das unbekannte Wesen

Ist es überhaupt je da gewesen?

Hatte ich sie nur in meiner Phantasie erschaffen?

Nein! Ich hatte dafür gesorgt, dass zwischen Phantasie und Realität keine Unterschiede klaffen.

Ich hatte sie hervorragend dressiert.

Ihr war klar, dass hier nur mein Wille passiert.

Aus Schuld und Scham

weil sie von uns vermeintlich so viel bekam,

zu Ostern eine Reise in den Süden,

den Sommer am Gardasee und den Herbst auf Rügen,

so konnte ich sie ganz einfach betrügen.

Aus Schuld und Scham bereitete sie jeden Sonntag den Frühstückstisch.

Heut mache ich mich sonntags vergeblich danach auf die Pirsch.

„Du bist Muttis große Hilfe“ bekam sie immer wieder von mir zu hören

und damit konnte ich wunderbar ihre liebeshungrige Seele betören.

Es ging darum mein Leben zu gestalten.

Nichts anderes sollte sich daneben entfalten.

Kinder dürfen vor allem nicht stören

und müssen unabdingbar auf Erwachsene hören.

Und dann hat man sich sein Lebtag lang

 um sie gekümmert!

Und was ist ihr Dank?

– dass man alleine verkümmert!

Die Mutter das unbekannte  Wesen

Ist es überhaupt je da gewesen?

Oder hatte ich sie nur in meiner Phantasie erschaffen,

damit in meiner Seele keine tiefen Wunden klaffen?

Überwand ich so meine seelische Not?

Die ganze Kindheit durch ohne Rettungsboot?

Ich habe mir eingebildet ich käme aus einer heilen Familie

Doch das Bild erschien nur so schön wie das einer Lilie.

Ich habe mir vorgemacht bei uns sei alles in Ordnung

doch das war ja nur Mutters Verordnung.

Ich war bereit mich selbst zu verraten

nur um nicht wie Unkraut ausgerissen zu werden

 aus Muttis schönem Vorgarten.

Für diese Mutterliebe war ich bereit alles zu geben

doch damit verwirkte ich mein eigenes Leben.

Für diese Mutterliebe war ich bereit mich selbst im Stich zu lassen

und habe mich damit jedoch nie ganz selbst verlassen

Für diese Mutterliebe war ich bereit alles zu tun

und wo stehe ich damit nun?

Aus der Subjeltivität herauszuschauen

und ganz auf diese kindliche, unabdingbare Lebensbereitschaft zu vertrauen

Aus der Subjektivität herauszutreten

Lässt mich wieder schöpferisch mit dem Leben kneten

Von der Subjektivität sich frei zu machen

verhilft auch mir wieder zu einem fröhlichen Lachen

wie ein neutraler Zeuge das eigene Leben zu überblicken

auf diese Weise will mein Leben doch noch glücken.

                                                                                                          Nana

* Der gerechte Zorn *

aus ihm wird Leben geborn

Den gerechten Zorn müssen wir ergreifen

Um die Unsitten abzuschleifen

Es gibt Verhalten – das darf man nicht dulden

Sonst lasten auf uns unerträgliche Schulden

Wird die Würde des Menschen mit Füßen getreten

So hilft nicht allein nur noch das fromme Beten

Dann muss man sein Machtwort erheben

Sonst bleiben die Energiesauger an einem kleben

Denn sie leben nicht aus eigener Kraft

Sondern nur davon was ein anderer schafft

Diesem Verhalten gilt es Einhalt zu gebieten

Dieses Verhalten lassen wir uns nicht bieten

An dieser Stelle ist es nötig, dass es kracht

Damit der Energieräuber aus seinem Traum erwacht

Und erkennt

dass er ins Verderben rennt

Wenn er nicht beachtet – keiner ist vom anderen getrennt

Wir sind alle eins

es gibt kein „das ist deins“ „das ist meins“

Wir sind alle,alle,alle miteinander verbunden

Und haben die Pflicht die Lebensgesetze zu erkunden

Wir haben die Pflicht das Leben zu bewahren

Und das kann man viel besser in großen Scharen

Verhalten was den Lebensgesetzen widerspricht

Wird uns nicht mehr länger aufgetischt

Je mehr und mehr das erkennen

Desto weniger können sie uns plattrennen

Je mehr wir ihr lebensfeindliches Verhalten aufdecken

Um so weniger werden davor zurückschrecken

Ihr Machtwort dagegen zu erheben

Und so dienen wir gemeinsam dem Leben

Vor dem Unrecht dürfen wir nicht länger die Augen verschließen

Wir müssen sie mit der Liebe des gerechten Zorns begießen

Damit aus ihnen ehrfürchtige, demütige, andächtige Menschen sprießen

Denn das ist auch ihre wahre Natur

Und dafür – dafür leben wir nur

Nana

* Die Stube der guten Worte *

Sie trat ein in die Stube der guten Worte und wurde ganz freundlich empfangen.

Die Liebe hatte es sich auf dem Sofa bequem gemacht und die Füße ausgestreckt.

Das Glück, die Freude und die Herzlichkeit sprangen vor Vergnügen über ihren Besuch an ihr empor.

Endlich kam mal jemand um nach ihnen zu sehen, in diesen finsteren Zeiten, in denen die guten Worte so arg vernachlässigt und links liegen gelassen wurden.

Neben an wohnte der Krieg zusammen mit dem Hass und der Ungeduld und dort – dort gingen die Leute ein und aus

als wären sie dort zu Haus.

Nana

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